UNTERSTÜTZUNG PROJEKT GUINEA
2026-109-GIN-SDG 8 / Verein KIRA
2026-109-GIN-SDG 8 / Verein KIRA
Guinea, Coyah
Guinea ist ein Staat in Westafrika, der an Guinea-Bissau, Senegal, Mali, die Elfenbeinküste, Liberia, Sierra Leone und den Atlantik grenzt. Das Land lässt sich in vier Landschaftsräume einteilen: die Küstenregion Niederguineas, das bergige Mittelguinea, das bis 1537 Meter hinaufreicht, das flachere Oberguinea und das hügelige Waldguinea. Die Einwohnerzahl beträgt etwa 16 Millionen. Die Bevölkerung setzt sich aus rund zwei Dutzend Ethnien zusammen.
Guineas Wirtschaft ist von extremen Gegensätzen geprägt: Das Land besitzt riesige Rohstoffvorkommen, gehört jedoch aufgrund struktureller Probleme nach wie vor zu den ärmeren Staaten Westafrikas. Obwohl der Bergbau das meiste Geld einbringt, arbeitet die Mehrheit der Bevölkerung im Agrarsektor. Die Hauptstadt Conakry ist das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum. Im erweiterten Ballungsraum leben rund 2,5 Millionen Menschen.
Der Bezirk und gleichnamige Ort Coyah liegt ungefähr 50 Kilometer von Conakry entfernt in der Küstenregion. Der Verwaltungsbezirk zählt rund 344’000 Einwohner. In der eigentlichen Stadt Coyah leben etwa 157’000 Menschen. Neben der Landwirtschaft ist Coyah landesweit vor allem für die Gewinnung von Mineralwasser bekannt, welches in Flaschen abgefüllt und in ganz Guinea vertrieben wird.
Der Verein KIRA ist eine gemeinnützige Organisation aus der Schweiz, die sich für Kinder und Jugendliche in Guinea einsetzt. Im Zentrum der Arbeit steht die Überzeugung, dass Bildung der Schlüssel zu einem selbstbestimmten und unabhängigen Leben ist. KIRA möchte jungen Menschen Wissen, berufliche Fähigkeiten und konkrete Perspektiven vermitteln, damit sie ihre Zukunft aktiv gestalten und langfristig für sich und ihre Familien sorgen können.
Gegründet wurde der Verein im Jahr 2018 von Saran Mischol, die selbst aus Guinea stammt. Aus persönlichen Erfahrungen und regelmässigen Besuchen in Guinea entstand der Wunsch, benachteiligte Kinder und Jugendliche nachhaltig zu unterstützen. Das Ausbildungsangebot orientiert sich unter anderem am dualen Bildungssystem der Schweiz und verbindet praktische Berufsausbildung mit grundlegenden Bildungsinhalten wie Lesen, Schreiben und Mathematik.
Der Verein KIRA ermöglicht sozial benachteiligten Jugendlichen, mit besonderem Fokus auf Mädchen und junge Frauen, eine dreijährige Berufsausbildung im Schneiderhandwerk. Im Ausbildungszentrum erhalten die Lernenden neben den handwerklichen Fähigkeiten auch Unterstützung in ihrer persönlichen Entwicklung und werden auf den Einstieg ins Berufsleben vorbereitet. Die praktische Ausbildung wird durch Alphabetisierung, Mathematik, Grundlagen der Buchhaltung sowie Workshops zu Gesundheit, Gewaltprävention, Selbstständigkeit und Leadership ergänzt.
Der Ansatz hat sich bewährt: 40 Jugendliche haben ihre Ausbildung bereits erfolgreich abgeschlossen. Heute sind alle berufstätig und unterstützen mit ihrem Einkommen rund 250 Menschen in ihren Familien.
Projekt: Bau-Ausbildungszentrum im Bezirk Coyah
Mit dem geplanten Bau eines eigenen Ausbildungszentrums im Bezirk Coyah möchte KIRA den nächsten Schritt in seiner Entwicklung gehen. Das neue Zentrum schafft erstmals eine langfristig gesicherte Infrastruktur, reduziert die Abhängigkeit von steigenden Mietkosten und ermöglicht es, die Zahl der Ausbildungsplätze deutlich zu erhöhen. Aktuell können rund 20 bis 22 Jugendliche gleichzeitig ausgebildet werden. Die Nachfrage ist jedoch deutlich höher und die Warteliste wächst.
Das Grundstück ist vorhanden, die Planung abgeschlossen und Fundament sowie Rohbau sind vollständig erstellt. Die Bauarbeiten werden mit lokalen Arbeitern und Handwerkern umgesetzt. Dadurch wird lokale Fachkompetenz genutzt und ein wesentlicher Teil der eingesetzten Mittel bleibt unmittelbar vor Ort.
Ein geschützter und verlässlicher Lernort ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Jugendlichen ihre dreijährige Ausbildung überhaupt kontinuierlich absolvieren können. Im ersten neuen Lehrgang sollen 50 Jugendliche aufgenommen werden. Langfristig ist das Gebäude so konzipiert, dass bei entsprechenden finanziellen Mitteln weitere Lernende hinzukommen können.
Mit dem neuen Zentrum möchte man zusätzliche Ausbildungsplätze schaffen, praxisnahe Berufsausbildungen ermöglichen und langfristig dringend benötigte Fachkräfte in der Region ausbilden.